Ausflug nach Trier

Gemeinsam Mobil – trotz Defiziten“

 

Dies war das Motto unseres ersten gemeinsamen Wochenausflugs, der uns im Oktober 2012 nach Trier führte.

Nachdem wir uns am frühen Samstagmorgen am HD-Hauptbahnhof getroffen und unser Gepäck verstaut war, ging los in Richtung Trier.

Trotz der Vorfreude auf Trier und der gemeinsamen Zeit, waren wir in Trier ange-kommen, dann doch etwas unsichert, ob wir uns nicht zu viel zugetraut hatten – hatten wir doch außer dem Busfahrer nur noch Alexandra (Volkers Frau) als „Gesunde“ mit dabei…

Unser erster Weg führte uns ins Restaurant „Theo“, direkt an der Port Nigra zum Mittagessen. Hier stieß auch unser privater Reiseführer Herr Marx-Zepp zu uns, der uns schon im Restaurant mit seinem unfangreichem Wissen auf Trier einstimmte. Nachdem wir uns alle gestärkt und von den ersten Eindrücken etwas erholt hatte, ging es mit dem Römerexpress um bzw. durch die Altstadt von Trier, vorbei an der Kaisertherme und zurück zur Porta Nigra. Auf diesem Wege konnten wir, auch ohne viel zu laufen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen.

Zusammen mit unserem bestens vorbereiteten Reiseführer ging es dann in die Porta Nigra, wo wir uns tapfer die vielen Stufen hoch kämpften – es hatte sich mehr als gelohnt und der Blick über Trier entschädigte für die Anstrengung und den eisigen Wind. Im Anschluss stand ein kurzer Fußmarsch vorbei an der Judengasse über den Hauptmarkt zum Dom und der Liebfrauenkirche auf dem Programm. Wir kamen in zwei Grüppchen dort an – die besser zu Fuß sind, waren zuerst dort und erkundeten schon den Dom. Dass die andere Gruppe etwas länger benötigte, störte niemand! Die Besichtigung des Doms war sehr beeindruckend. Und auch hier konnte uns Herr Marx-Zepp viel Wissenswertes aus der alten Geschichte erzählen.

Da dies alles zwar hochinteressant, aber auch sehr anstrengend war, sammelte uns unser Busfahrer dann auch wieder ein und es ging zur Jugendherberge – direkt an der Mosel.

Nachdem die Zimmer verteilt und wir uns etwas ausgeruht hatten, trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Und als Höhepunkt dieses Wochenende in Trier, stand danach die NEUGRÜNDUNG unseres Vereines auf dem Programm!

Aus unserer Selbsthilfegruppe wurde am Samstag den 13. Oktober der Verein „Nie aufgeben – junge Menschen nach Schlaganfall e.V.“. Nachdem wir kurz darauf angestoßen hatten, fielen wir alle todmüde aber zufrieden, glücklich & stolz ins Bett!

Am nächsten morgen war das Wetter leider noch schlechter – es regnete. So mussten wir nach dem gemeinsamen Frühstück erst einmal einen Plan B erarbeiten, denn der geplante Besuch im Amphitheater fiel Wort wörtlich ins Wasser. Wir nutzen eine kurze Regenpause, um zur Schiffsanlegestelle nahe unserer Jugendherberge zu laufen und machten eine 2 stündige Moselrundfahrt, bei der wir ohne große Anstrengung viel gesehen haben und jede Menge Spaß hatten. Danach kam unser Bus direkt an die Anlegestelle und wir fuhren zum nächsten „trockenen“ Programmpunkt – die Viehmarkt-Therme. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die alten Mauern, beschlossen wir vorzeitig die Heimreise anzutreten. Zum einem wegen des schlechten Wetters, zum anderen aber auch, weil einige von uns – bedingt durch ihre Einschränkungen – doch schon sehr müde und geschwächt waren.

So endete unser 1. gemeinsamer Wochenendausflug, mit vielen gesammelten Eindrücken, am Sonntagabend wieder am HD-Hauptbahnhof. 

Unsere Sorge uns evtl. überforderte zu haben, hatte sich glücklicherweise nicht bestätigt. Natürlich waren wir alle mehr oder weniger müde und erschöpft. Aber wir haben uns – trotz unseren unterschiedlichen Defiziten nach Schlaganfall – in der Gemeinschaft sehr stark gefühlt. Einige Behinderungen fielen in der Gruppe gar nicht auf. Und wir gaben uns gegenseitig viel Stärke, Kraft & Unterstützung.

Einige konnten aufgrund dieser Erfahrung in der Gruppe, aber auch im Umgang mit ihren persönlichen Defiziten, wieder NEUES Selbstvertrauen & Selbstbewusstsein gewinnen!

So haben wir trotz unserer Defizite und der kurzen Zeit sehr vieles gesehen, interessantes aus der Römerzeit erfahren und hatten nebenbei noch viel Gelegen-heit, uns auszutauschen und uns gegenseitig näher kennenzulernen!

Eine tolle Erfahrung, die uns noch mehr miteinander verbunden hat und nebenbei auch noch unsere aller Bauchmuskeln gestärkt hat – was will man mehr?

Schon während der Heimfahrt im Bus war ALLEN klar – das machen wir nächstes Jahr wieder!

So planen wir für 2013 einen Ausflug nach Bamberg….

Beate Weis

Schriftführerin

Nie aufgeben – junge Menschen nach Schlaganfall e.V.